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| Über mich | Lebenslauf • Leitmotiv |
"Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten" heißt es. In meinem Leben spielt vor allem der technologische Fortschritt eine Rolle. Und dieser ist nicht
nur unaufhaltbar, sondern auch schnell. Immer mehr machen wir uns von immer komplexeren Geräten abhängig. Nur die wenigsten verstehen, wie und warum die
Geräte funktionieren, mit denen sie tagtäglich umgehen.
Immer mehr Entscheidungen müssen bei der Bedienung getroffen werden, die für unbedarfte Anwender teils nicht absehbare Konsequenzen haben. Je mehr Funktionen
zur Verfügung stehen, desto umfangreicher werden die Benutzerschnittstellen.
Es muss doch möglich sein, Einfachheit (und damit die Möglichkeit, verantwortungsbewusst Entscheidungen zu treffen) und einen modernen Lebensstil zu vereinen.
In meiner Vorstellung von Usability ist Benutzbarkeit das Wissen darum, wie man ein Ziel erreicht. Dazu gehört, dass man als Anwender eine Idee
davon hat, was passiert, wenn man eine konkrete Funktion des Gesamtsystems aufruft.
Um Benutzbarkeit zu erreichen, brauchen wir keine überladenen Anwenderschnittstellen mit vielen funktionslosen Designelementen. Schönheit i.S.v. Design
und Funktion lassen sich vereinen. Der Trend geht immer mehr dazu, Anwendern die zur Verfügung stehenden Optionen (und deren Konsequenzen) ohne
kognitiven Ballast zu präsentieren.
Antoine de Saint-Exupéry hat es in Terre des Hommes so treffend formuliert: "Il semble que la perfection soit atteinte non quand il n'y a plus rien à ajouter, mais quand il n'y a plus rien à retrancher" (Es scheint, dass Perfektion nicht erreicht ist, wenn man einem Werk nichts mehr hinzufügen kann, sondern vielmehr, wenn man nichts mehr entfernen kann).
Zu glauben, dass die Benutzer heutiger Technik ein wirkliches Verständnis für deren Funktionsweise entwickeln, ist ein absurder Traum. Das ist aber auch
garnicht nötig, wenn die Technik trotzdem benutzbar bleibt. Es gilt hier einen Kompromiss zwischen Funktionsvielfalt und Überschaubarkeit zu finden.
Eine Möglichkeit ist das Treffen von Voreinstellungen, die ein Nutzer bei Bedarf ändern kann. Auch das Verhindern von Konfiguration durch Anwender
kann diesen letzlich helfen. (Beispiel: Moderne Computeranwendungen erlauben es oft nicht mehr, dass Anwender die Knöpfe in den Funktionsleisten
selbst arrangieren - Supportmitarbeiter freuen sich.)
Dass das Ganze auch nach hinten losgehen kann, zeigen die Mailboxen und automatischen Weiterleitungen der Mobilfunkanbieter: Dort sind oft
benutzerunfreundliche Voreinstellungen zu finden, die sich nur schwer anpassen lassen. Die Weiterleitung des Anrufenden an einen Festnetzanschluss bei
ausgeschaltetem Mobiltelefon mag wünschenswert sein - dass dies automatisch geschieht und für den Anrufenden mit zusätzlichen Kosten verbunden ist ganz
bestimmt nicht! Mailboxen als Anrufbeantworter sind nützlich. Aber wenn man zum Ausschalten ##002# in das nagelneue
Smartphone eintippen muss[1], kommt ein Gefühl von Mittelalter auf.
[1] An dieser Stelle einen herzlichen Gruß an meine Freunde bei T-Mobile. :)
Der Mensch ist nicht nur neugierig - sondern auch egoistisch. Diese Erkenntnis ist weder von mir noch neu: Hobbes und Descartes haben sich zur Genüge darüber
ausgelassen. Nichtsdestotrotz leben Menschen in Gemeinschaften und irgendwie funktioniert das ja auch.
Dies ist jedoch kein Grund, nicht auf Sicherheit (sowohl die eigene als auch die des eigenen Besitzes) zu achten. Wir leben in einer Zeit, in der wir
zwar Türen abschließen aber das Fenster zum Internet meist weit offen steht. Und offene Fenster locken nunmal Diebe und andere Verbrecher an.
Die Kryptographie stellt sehr fortschrittliche und beweisbar[2] sichere Verfahren zur Verfügung. Die bloße Existenz
sicherer Verfahren reicht jedoch nicht. In vielen Fällen fehlt den Programmierern das nötige Fachwissen zur korrekten Anwendung dieser Verfahren
oder Entscheidungsträgern die Einsicht, dass sich die teure Umsetzung sicherer Verfahren lohnt.
Ein schönes Beispiel ist der MiFare Classic-Chip mit seinem proprietären Verschlüsselungsverfahren CRYPTO1. Obwohl die Herstellerfirma Philips sehr wohl
sichere Alternativen im Produktportfolio hatte, haben sich viele Käufer (u.a. das Londoner Nahverkehrsunternehmen und eine hessische Universität) für
MiFare als Zahlungsplattform entschieden. Es kam wie es kommen musste: Das Verfahren wurde gebrochen[3] und die
Käufer schauen dumm aus der Wäsche.
Ein weiteres Problem ist, dass sichere Verfahren in den meisten Fällen mathematisch kompliziert sind: Muss man wirklich wissen, wieso Faktorisieren einer
durch Multiplikation zweier großer Primzahlen entstandenen Zahl schwierig ist, um Onlinebanking zu benutzen?
In vielen Anwendungsfällen kann man derartige Komplexitäten nicht vor dem Anwender verbergen, ohne die Sicherheit zu reduzieren. Zum Beispiel erfordern
Public Key Infrastrukturen, wie sie für den verschlüsselten Abruf von Webseiten heute unabdingbar sind, dass der Websurfer (mindestens) dem Wurzelknoten
einer Signaturkette Vertrauen entgegen bringt. Diese Entscheidung trifft heute effektiv nicht der Surfer selbst, sondern der Hersteller der Webbrowsers,
der standardmäßig eine Menge von vertrauenswürdigen Instanzen ausliefert. Ob dieses Vertrauen aus Sicht der Surfers gerechtfertigt ist scheint nebensächlich.
Es gilt hier also eine Brücke zur Usability zu schlagen, ohne die Sicherheit zu gefährden.
[2] Unter Annahme der sog. "perfekten Kryptographie", also der nicht-effizienten Lösbarkeit zugrundeliegender Problemstellungen.
[3] siehe Algebraic Attacks on the Crypto-1 Stream Cipher in MiFare Classic and Oyster Cards.
Douglas Adams ist den meisten entweder garnicht oder als Autor der fünfbändigen Trilogie Per Anhalter durch die Galaxis bekannt. Und vielleicht noch für seine Beiträge zu dem Genre der "Geister-Horror-Wer-ist-der-Täter-Zeitmaschinen-Romanzen-Komödien-Musical-Epen" durch seine Bücher über Dirk Gentlys holistische Detektei.
In seinen Bücher versteht er es, seine Leser in eine in sich schlüssige, humorvolle und geradezu erfrischend absurde Welt zu entführen, in der Mäuse die intelligenteste Spezies auf der Erde waren, diese wegen des Ausbaus einer galaktischen Umgehungsstraße gesprengt werden muss, man mit einem Handtuch so ziemlich alles erreichen kann und 42 die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem ist. Nicht zu vergessen: Gottes letzte Botschaft an seine Schöpfung[4] in Zusammenhang mit dem Schöpfungsvorgang[5] selbst.
Als Empfehlung zum optimalen Lesegenuss sei neben dem legendären Schriftzug DONT PANIC folgendes gegeben: Beim Lesen sollte jegliches Hinterfragen der im Buch getroffenen Aussagen auf Basis von im realen Leben gewonnenen Erkenntnissen vermieden werden. Die von Adams geschaffene Realität ist in sich schlüssig, aber in vielen Fällen nicht direkt mit der tatsächlichen vereinbar. Sie sprüht vor Kreativität, Humor und Einsichten in die "echte" Realität, welche man nur durch den Wechsel des eigenen Blickwinkels erhalten kann.
Adams hat auch noch nach seinem Tod im Jahre 2001 eine große Fangemeinschaft, die sich nicht nur durch Insiderwitze kenntlich macht, sondern auch jährlich am 25. Mai den Towel Day zu seinen Ehren begeht. Anspielungen auf seine Werke sind überall und für Eingeweihte oft sehr offensichtlich erkennbar platziert. Wer die fünf Anhalter-Bücher gelesen hat, sieht die Welt mit anderen Augen.
[4] "We apologize for the inconvenience." (So Long, and Thanks for All the Fish)
[5] "In the beginning, the Universe was created. This has made a lot of people very angry and been widely regarded as a
bad move." (The Restaurant at the End of the Universe)
Single Malt. Aus Schottland. Ohne Eis.
Was sonst?
Oder ein Blend. Von woanders. Mit Wasser.
Wer wird sich denn Regeln auferlegen?
Zur Zeit:
Glengoyne Twelve Years Old,
Slyrs und
Highland Park 18 Years Old.